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Yule
Geschrieben von: Nahima   
Dienstag, den 29. Januar 2008 um 12:30 Uhr

Yule, Julfest, Wintersonnenwende



21.12.

Die lichtkargen Dezemberwochen vor der Wintersonnenwende führen die mit dem Novemberritual begonnene Dunkelheitsthematik in eine Steigerung, die fast unzumutbar erscheint und der sich tatsächlich viele Menschen verweigern (Bsp.: die stetig anwachsende adventliche Lichterflut in Häusern, Gärten und Straßen). Im November werden wir mit dem Sterben konfrontiert, im Dezember sind diese Vorgänge nahezu abgeschlossen, und Sterben und Vergehen ist zumindest vom Naturzyklus her gesehen nicht mehr das Hauptthema. Jetzt scheint gar nichts mehr zu passieren, die Dunkelheit hängt wie eine schwere Decke in den Räumen, so dass wir anfangen, die Bärinnen und andere Tiere zu beneiden, die jetzt Winterschlaf halten. Unsere Aufgabe heißt also in den Stillstand zu gehen, ohne einzuschlafen. Der Stillstand der Wintersonnenwendzeit ist voll dösiger Schwere. Tag und Nacht, Anfang und Ende, Weg und Ziel verschwinden in dieser riesigen Schwärze, die offensichtlich alles enthält, aber frei ist vom menschlichen Drang, sich in sichtbarer Form zu gestalten. Die Dunkelheit war lange vor allem anderen da und aus ihr ist alles hervorgegangen. Wird Wintersonnenwende primär als Lichtritual gestaltet, verformt sich das rituelle Geheimnis dieses Festes leicht zum triumphalen Sieg des Lichts über die Finsternis, wie es in patriarchalen Traditionen nur allzuoft geschehen ist. Die Wintersonnenwende wird zur Kehrtwende, die von ihrem Ursprung im Schoß der Dunkelheit nichts mehr wissen will. Die christlichen Weihnachtsriten mit ihrem Fokus auf die Geburt Jesu zeigen dies überdeutlich: die zähen, dunklen Wochen vor der Wintersonnenwende sind zur freudig-erwartungsvollen Adventszeit geworden. Die Wahrnehmung für die spirituelle Besonderheit der Dunkelheit ist verlorengegangen, sie ist nur noch Düsternis, die möglichst schnell vorübergehen soll.

Wird das Jahr nach Mondmonaten gezählt, entsteht am Ende des Jahres als Differenz zum Sonnenjahr ein Überhang von etwa zwölf Nächten. Dieser Zeit wurde spirituell schon immer eine besondere Bedeutung zugemessen, es war eine Zeit, die zugleich keine war - weder dem alten noch dem neuen Jahr zugehörig. Keine Zeit im Jahr ist so von Sagen und rituellen Bräuchen umwoben wie die zwölf Rauhnächte. Die meisten Berichte über Rauhnachtbräuche wimmeln nur so vor Schutz- und Abwehrriten gegen böse Geister, doch ist anzunehmen, dass es bei diesen Riten ursprünglich genau um die gegenteilige Intention ging, nämlich dass die Menschen mit diesen Bräuchen den Kontakt zur anderen Welt lebendig halten wollten, denn ein Besuch dieser Wesen galt als glück- und segenbringend für Haus, Hof und die ganze Familie. So diente auch das Ausräuchern des Hauses dazu, Geister anzulocken, statt zu vertreiben. Räucherungen gehören in vielen Religionen zu den klassischen Gaben an die feinstoffliche Welt. Auch der zweite traditionelle Ritus, das Bewirten und Beschenken der Andersweltwesen, will diese zwischenweltlichen Begegnungen fördern (am bekanntesten sind die Lieblingsspeisen der Percht: Bier und Grütze.). Die Percht ist eine Verkörperung der dunklen Göttin. In nebligen Novembernächten braust sie mit ihrem wilden Gefolge durch die Lüfte und über das Land. Perchtenbräuche sind zahlreich überliefert und werden bis heute in Süddeutschland und den Alpen gepflegt. Ihr Höhepunkt liegt in der Zeit der Rauhnächte, wenn in den Dörfern und Städten wilde Perchtenumzüge, der sog. Perchtenlauf oder das Perchtenspringen, veranstaltet werden. Der Abschluss der Rauhnächte ist der 06. Januar, der Perchtentag.

?Modra niht? - Mütternacht ist in Altengland als Bezeichnung für die Rauhnächte bezeugt, was mit ?Nächte der Mütter? zu übersetzen ist, d. h. es ist eine größere Anzahl von Nächten gemeint. Auch die südgermanische Bezeichnung ?ze den wihen nachten? nennt den Plural und hebt nicht eine Nacht hervor.

Der Nikolausbrauch stammt eigentlich von den Kelten ab. Diese gaben ihr Wissen durch Druiden ausschließlich mündlich weiter. Die Ausbildung zum Druiden dauerte ein Leben lang, deshalb waren die Druiden, die Wissen weitergaben, meist schon alte Männer. Sie gingen zur Wintersonnenwende von Haus zu Haus. Die Druiden trugen einen roten Mantel - rot steht für Leben und Sonnenkraft. Die Birkenruten waren Mittel zur Reinigung. Die Kinder und das Vieh wurden sanft damit von oben nach unten abgeklopft und gestrichen, um schädliche Strahlungen und krankmachende Aufladungen abzuwenden und fernzuhalten. Nach Gebrauch wurden die Birkenreiser an Haus- und Stalltüren genagelt, um die Eingänge zu schützen. Der große Sack auf dem Rücken enthielt Geschenke, Heilkräuter, Beeren und Wurzeln, die der Druide über das Jahr hinweg gesammelt hatte und nun verteilte.




Gottheiten


Baldur - (nordisch), eine Mistel brachte ihm den Tod und wird an diesem Tag mit seiner Wiedergeburt zum Heilsymbol.

Wotan/Odin - (nordisch) zieht mit seiner "Wilden Jagd" während der Rauhnächte durch das Land

Pryderi - (keltisch) der Tag der Geburt von Pryderi ? entspricht dem römischen Gott Saturn

Alle neugeborenen Gottheiten (Baldur, Pryderi, Horus, Dionysos...)

Alle Muttergottheiten, die an diesen Tagen einer Gottheit das Leben schenken, z.B.:

- Rhiannon - Mutter des Pryderi
- Isis - Mutter des Horus
- Demeter - Mutter der Persephone
- Die Erdgöttin gebiert Dionysos

Damit ist wohl auch klar, woher die Bedeutung des heutigen Weihnachtsfestes stammt.



Wie kann ich meinen Altar gestalten?


Bei den Farben für den Altar scheiden sich meistens die Geister, da in jedem Buch andere Vorschläge stehen.

Vorschläge wären vor allem die traditionellen Farben:


- grün für die Erde, die Natur und die Hoffnung
- rot für das Leben
- gold für des Licht

Ein Rad als Symbol für den Kreislauf des Lebens.
Misteln und Pinienzweige (Tanne und Fichte), Rosmarin, Salbei, Wacholder, Ilex (Stechpalme)





Räucherungen


Jul sind die Räucherungen warm und würzig, sowie reinigend.

z.B.: Zeder, Pinie, Rosmarin, Lorbeer, Wacholder, Zimt



Bräuche, Symbole & Rituale


In erster Linie ist Jul ein Familienfest. Da die nordischen Völker kein Samhain feierten, wurde z.B. die jährliche Totenehrung an Jul vorgenommen. Man gedenkt also auch hier der Ahnen, welche nicht mehr an den Festlichkeiten teilhaben können, Außerdem reiten unsere Ahnen mit Odin in der "Wilden Jagd", wobei man hoffte, das diese an dem eigenen Haus vorbeizog, ohne ein weiteres Mitglied der Familie mit sich zu nehmen.

Die Rituale dieses Festes sind mit Licht, Erneuerung, Reinigung, Wende, Verbindung zu den Ahnen und den Geistern der Natur verbunden.
Es ist eine Zeit der Besinnung und Neuordnung. Das Haus ist für die lange Winterzeit gerüstet und gereinigt.

- Nun wird das Haus noch rituell gereinigt, indem man die Räume z.B. mit Salbei räuchert.
- Wir bitten um die Wiederkehr der Sonne und der Wärme.

Alle Feuer und Lichter im Haus werden gelöscht. Das Jul-Feuer wird entzündet. Die Mistelzweige des Vorjahres werden darin verbrannt, sowie auch alte Gewohnheiten, um Platz für Neues zu schaffen. Diese Feuer sollte die gesamte Nacht brennen und bewacht werden. Am nächsten Morgen werden die Feuer und Lichter im Haus mit der Glut dieses Feuers neu entzündet.



Drehende Räder und Feuerräder symbolisieren den Kreislauf des Lebens.

Viele brennende Lichter und Kerzen begrüßen das neugeborene Licht. Jul-Leuchter sind auch für die Zeit vor Jul geeignet, da man in ihnen das Licht im Inneren versteckt brennen lassen kann.

Jul-Böcke, die aus Stroh geflochten werden, sind ein Zeichen für Fruchtbarkeit und bitten um den Schutz durch Thor.

Jul-Logs-Holzscheite, die im Julfeuer verbrannt wurde und deren Asche man am nächsten Tag über die Felder verteilte, um im kommenden Jahr eine reiche Ernte zu sichern.

Jul-Baum, oder Jul-Bündel ? aus immergrünen Bäumen oder Zweigen als Symbol für den Weltenbaum. Eine Alternative dazu ist der Klausenbaum ? ein baumähnliches Gestell aus Holzstäben, an deren Enden Äpfel hängen.

Corn Maiden ? (ein schottischer Brauch) die letzte handvoll Korn der letzten Ernteschnitt wird an das Vieh gefüttert, damit sie auch im nächsten Jahr kein Hunger leiden müssen.

Am Jul-Tag sollte jede Hausarbeit vermieden werden, da diese den nächsten Tag wieder ungetan sein soll.



Welche Speisen und Getränke passen?


Nun können wir nicht mehr auf die Vielfalt des Gartens zurückgreifen, bis auf eventuelle Wintergemüse. Nun müssen wir an die Vorräte und an das, was uns die Natur zu dieser Jahreszeit noch zu bieten hat.
Ein Jul-Mahl ist trotz alledem vielseitig und reichlich und auch hier wieder wärmend und energieliefernd.

Als Brot wird kräftiges Bauernbrot in Form eines Rades oder einer Sonne gebacken.

Zum warm halten ein deftiger Irish Stew, Rindfleisch-Suppe, Ochsenschwanzsuppe, Wildsuppe.

An Fleisch paßt am Besten jede Art von Wildbraten, Fasan, Ente, Gans, oder auch ein Hühnchen, sowie Schinken, Schweinefleisch mit Maronen und Knoblauch, Truthahn mit Kirschsoße, irische Fleischröllchen, oder (wer es mag) Haggis.

Als Beilagen reicht man Spinat, Rotkohl, Maronen mit Rosenkohl, gebackene Zwiebeln, Erbsen mit Minze, Rahmpilze, Mandel-Bohnen und jedes Wintergemüse, sowie Jul-Salat.

Als Dessert passen am Besten: Bratäpfel, Früchtekuchen, Lebkuchen, Nüsse, Rumkugeln, kleine Feen-Kuchen und Würzgebäck.

Passende Getränke wären: Weißwein, Eierlikör, Irish Coffee, heiße, gewürzte Wein

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 09. März 2008 um 16:15 Uhr